Gesund wohnen - Moderne Technik garantiert angenehmes Raumklima
Eine komfortable Lüftungsanlage schont Portemonnaie und Umwelt. Sie sorgt für ständige Frischluftzufuhr, die Fenster bleiben geschlossen, die Energie im Haus und der Straßenlärm draußen.
Hinter Wänden verborgen wird bei der kontrollierten Wohnungslüftung über Kanäle Frischluft in die Räume geführt und verbrauchte Luft entsorgt. Foto: Wüstenrot-Bausparkasse
Während die Dämmung der Gebäudehülle, der Austausch der Heizungsanlage oder die Solaranlage auf dem Dach bei einer Altbau-Sanierung gang und gäbe sind, ist moderne Lüftungstechnik eher selten ein Thema. Sollte sie aber sein. Denn nach der Optimierung der Wärmedämmung sind Tür- und Fensterfugen dicht, frische Luft bleibt außen vor, Feuchtigkeit kann nicht entweichen - die Folge ist Schimmelbildung. Stoßlüften könnte das Problem lösen. Doch entweder wird zu wenig oder zu viel gelüftet.
Lüftungsanlagen dagegen filtern die Zuluft und dosieren sie mechanisch über Ventilatoren: Alle zweieinhalb Stunden wird die Luft in den Räumen komplett ausgetauscht - die Fenster bleiben geschlossen. Ein weiterer Pluspunkt der Lüftungsanlage ist die zusätzliche Komponente der Wärmerückgewinnung. Zwischen 60 und 90 Prozent der Wärmeenergie aus der Abluft können durch ein durchdachtes System gewonnen werden. Heizkostenersparnis je nach Gebäudeart: bis zu 40 Prozent.
Die Sanierung eines Altbaus verlangt oft Veränderungen im Boden- und Deckenbereich. Daher bietet es sich an, zeitgleich die Leitungssysteme einer zentralen Lüftungsanlage einzubauen. Die Kanäle werden in Decken oder Wandverkleidungen untergebracht. Flachkanalsysteme in Kombination mit speziellen Deckenabhängungen ermöglichen auch bei geringen Raumhöhen die Montage der Zuluftleitungen. Integrierte Schalldämpfer schützen vor der Übertragung von Außenlärm und Ventilationsgeräuschen der Anlage. Selbst einzelne Räume können mechanisch belüftet werden. Die dafür eingesetzten Geräte arbeiten wie die zentralen Anlagen mit einem Wärmeaustauscher für die Wärmerückgewinnung und einem Filtersystem für Zu- und Abluft. Kombiniert mit einem integrierten Elektro-Wärmespeicher stellen dezentrale Lüftungs-Heizgeräte ein vollwertiges Heizsystem dar. Pro Gerät sind zwei kleine Mauerdurchlässe notwendig. Vorteilhaft für die Montage ist, dass auf ein verzweigtes Rohrsystem für Zu- und Abluft verzichtet werden kann.
Bei der Planung einer umfassenden energetischen Sanierung sollte man allerdings eine zentrale Lüftungsanlage ins Auge fassen. Hier werden über ein Luftverteilsystem alle Zulufträume wie beispielsweise Schlaf- und Kinderzimmer und alle Ablufträume (Küche, Bad, WC) mit einem zentralen Wohnungslüftungsgerät verbunden. Dadurch ist eine optimale Zu- und Abluftbalance gewährleistet - und der effizienteste Wärmerückgewinungsgrad ebenfalls.
Westfälisches Volksblatt: Artikel vom 04.08.2007
Informieren Sie sich unter "Wohnungslüftung" über Wärmerückgewinnung aus der verbrauchten Abluft zur Nutzung für die Warmwasserbereitung und Heizung
Ein Haus wird wieder modern
Nachkriegsgebäude auf Neubauniveau - zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse
Schlichter Grundriss, kleine Zimmer und ein unscheinbares Äußeres mit Satteldach. Die typischen Siedlungshäuser der Nachkriegszeit sind einfach gebaut. Doch modernisiert sind sie begehrte Objekte.
Die Vorzüge der Siedlungshäuser aus den Nachkriegsjahren sind ihre Lage, die großen Grundstücke und die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Denn ursprünglich am Stadtrand gebaut, liegen sie heute meist mittendrin. »Wer ein solches Haus erwirbt, muss sich aber auch mit seinen typischen Schwächen auseinandersetzen«, sagt Sabine Niemeyer von der BHW-Bausparkasse.
Besonders in den 1950er Jahren baute der Mangel mit. Heute genügt die oft geringe Wohnfläche, verteilt auf winzige Zimmer, kaum noch den gewohnten Ansprüchen. Zudem war der Begriff »Wärmedämmung« im Zusammenhang mit dem Eigenheim überhaupt nicht geläufig.
Umso mehr sind Häuser aus den beiden ersten Nachkriegsjahrzehnten lohnenswerte Objekte für eine Grundsanierung. Andrea und Henning Krüger haben ihr 90 Quadratmeter großes Haus aus den 50er Jahren komplett renoviert. Ein moderner Anbau mit Wohnküche und Eingangsbereich schafft Platz für die vierköpfige Familie.
Den Anbau plante der Architekt nach den neuesten Energiespar-Normen. Der alte Gebäudeteil erhielt eine Fassadendämmung und Wärmeschutzfenster. Dach und Kellerdecken wurden ebenso gedämmt und in die Wohnräume kam eine Fußbodenheizung. Während die Fassade mit einer zwölf Zentimeter starken Dämmung aus Hartschaum isoliert wurde, verwendeten die Bauherren bei vielen anderen Bauteilen ökologische Materialien. Das Dach erhielt zum Beispiel eine Isolierung aus Isofloc, einem Zellulosedämmstoff. Die Fenster sind aus Holz mit hochdämmendem Glas.
Sechs Quadratmeter Solarkollektoren auf dem Dach übernehmen in den Sommermonaten die Warmwasserversorgung. Eine Wärmepumpe mit geothermischer Energiegewinnung aus 2 Erdsonden heizt das Haus ganzjährig mit besonders niedrigen Energiekosten.
Alle Maßnahmen zusammen senkten den Energiebedarf des 50 Jahre alten Hauses so weit, dass es die geltende Wärmenorm nach Neubauniveau erreicht und teilweise unterschritten wird.
Damit erhalten die Bauherren zu der ohnehin schon günstigen Förderung nach dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Förderbank einen Darlehens-Tilgungszuschuss von fünf Prozent.
Westfälisches Volksblatt: Artikel vom 28.07.2007
Nach einer Grundsanierung - unter anderem mit ökologischen Materialien - ist aus dem Siedlungshaus der 50er Jahre ein solider Neubau geworden. Foto: BHW-Bausparkasse
Schlänger heizt mit Energiezaun
Eine
ganz neue Möglichkeit, Umweltenergie für die Heizung
zu nutzen, hat Werner Ruloffs (rechts) sich jetzt im Garten
seines Hauses am Fichtenweg installieren lassen: Der Energiezaun,
der aus einem Geflecht von schwarzen Kunststoffrohren besteht,
gewinnt Energie für den Betrieb einer Wärmepumpe aus
der jeweils günstigsten Wärmequelle. Bei Temperaturen
über dem Gefrierpunkt werden Sonne, Wind und Regen genutzt,
bei Minusgraden die Erdwärme. Zu der Investition geraten
hat dem Schlänger Eigenheimbesitzer sein Nachbar Theodor
Wieseler (links), der sich auch im Ruhestand noch intensiv mit
umweltfreundlicher Haustechnik und Gebäudesanierung befasst.
Durch die Altbausanierung, die auch eine umfassende Wärmedämmung
mit einschließt, und die neue Heizanlage hofft Ruloffs,
künftig 70 bis 80 Prozent seiner Energiekosten zu sparen.
Abrechnung
gelassen erwarten
Werner Ruloffs
hatte die Nase voll: Die Nebenkosten für sein Haus am Fichtenweg
hatten Dimensionen erreicht, die für den Besitzer nicht länger
tragbar waren. Er entschloss sich 2005 zu einer umfassenden Altbausanierung.
Künftigen Abrechnungen seines Energieversorgers sieht er
jetzt gelassen entgegen.
Abgeschlossen
sind die Bauarbeiten zwar noch nicht, aber langsam sei »Land
in Sicht«, berichtet der Bauherr bei einem Rundgang. Zunächst
war das Dach des 1956 erbauten Siedlungshauses erneuert worden.
»Da wartete allerdings auch schon gleich die erste Überraschung
auf uns«, räumt Ruloffs ein. Die Sparren, äußerlich
scheinbar in Ordnung, seien angegriffen gewesen und hätten
zum Teil erneuert werden müssen.
Im zweiten Bauabschnitt sind die Fenster erneuert und die Außenfassade
nachträglich gedämmt worden. »Sonst hat eine neue
Heizanlage nicht viel Sinn«, weiß der Bauherr. Die
wird derzeit erneuert. Eine Wärmepumpe soll künftig
für behagliche Temperaturen im Hause Ruloffs sorgen. Ihre
Energie bezieht die mit Strom angetriebene Wärmepumpe aus
Sonne, Wind und Niederschlägen sowie dem Boden. Ein Energiezaun
im Garten nimmt die Wärme auf und führt sie der Pumpe
zu.
»Das ist eine ganz neue Entwicklung. Dieses ist der erste
Energiezaun, der überhaupt in Lippe aufgestellt worden ist«,
sagt Theodor Wieseler. Er ist Nachbar und Berater von Werner Ruloffs.
Denn Wieseler, der bis vor neun Jahren einen Betrieb für
Haustechnik führte, ist auch heute noch in diesem Bereich
engagiert. Er gehört dem »Runden Tisch Gebäudesanierung«,
dem »Bundesverband Wärmepumpe« und der Landesinitiative
für Zukunftsenergien NRW« an.
»Dadurch bin ich natürlich auch auf dem Laufenden,
was Förderung angeht«, berichtet Wieseler. Im Falle
von Werner Ruloffs habe ein Energieberater festgestellt, dass
die Maßnahmen als Komplettpaket in das umfangreiche Programm
des Bundes zur Altbausanierung passen. »Damit ist diese
Sanierung vorbildlich, sowohl was die Maßnahmen als auch
die optimale Nutzung der Fördermöglichkeiten angeht«,
meint Wieseler. Er schätzt, dass Ruloffs künftig 70
bis 80 Prozent der bisherigen Energiekosten spart.